[Wege zu den alten Göttern] Der zweite Mond – Rückblick

Und wieder nähert sich ein weiterer Mond seinem Ende. Der zweite Abschnitt von „Wege zu den alten Göttern“ stand diesmal unter folgendem Motto:

Herr der wilden Tiere

Dementsprechend steht diesmal der Junge Gott bzw. seine Archetypus in Form des Grünen Mannes im Mittelpunkt, wobei trotz allem das Gleichgewicht zwischen männlich und weiblich, zwischen Gott und Göttin beachtet werden sollte.

Ein Mann durchläuft in seinem Leben drei Phasen, jede mit eigenen Aufgaben und Verantwortungen versehen – und jede findet in einem eigenen göttlichen Archetypus ihre Entsprechung. Der wilde Mann ist hier die erste Phase, sie bezeichnet die Jugendzeit, ein Individuum, das mit den Energien in Verbindung treten kann, sie aber kaum lenken kann, voller Freiheit und Ungebundenheit. Cerunnos und Pan sind hier wohl die bekanntesten Namensgeber. Der Grüne Mann ist ein ungebundener, wilder Freiläufer mit einem hohen Maß an körperlicher und seelischer Energie. Er lebt im Hier und Jetzt, frei von belastenden Gedanken, und gilt als Vegetationsgott und Herr der wilden Tiere. Jedoch muss er lernen, seine Liebesfähigkeit auch auf andere auszudehnen. Das Wie zeigt ihm seine Liebesgöttin, mit der er sich an Beltane verbindet.

Ein weiteres Thema ist die Welt der Naturgeister, ganz besonders das Reich der Feen, die Anderswelt. Naturgeister stehen in enger Beziehung zum Seelenleben der gesamten Schöpfung. Jeder Mensch nimmt sie auf seine ganz eigene Weise wahr, die möglichen Ausdrucksformen sind unglaublich vielfältig und lassen sich in keinster Weise mit den romantischen Vorstellungen gleichsetzen, in denen uns die Naturgeister oft auf Bildern begegnen. Sollte sie aber in dieser Form vor uns erscheinen, so ist das ebenfalls völlig in Ordnung. ^^

Jeder Mensch hat ein Gegenstück in der Feenwelt, einen Teil der Seele, der bis ins Land hinter den Nebeln reicht und sich somit als bester Führer in die Anderswelt erweist (und gerne in einer Form erscheint, in der wir seine eigentliche Funktion erst nicht erkennen).

Indizien für ein eigenes Naturwesen sind:

  • kehrt in Träumen, Meditationen, Visionen wieder
  • deutliche Bezüge zur Natur zu erkennen (eindeutig oder in symbolischen Andeutungen)
  • hat etwas Wildes, Freies, Ungezähmtes an sich
  • kann unter Umständen ein oder zwei Elementen klar zugeordnet werden

Der Kontakt zu seinem eigenen Naturwesen erleichtert sich, wenn man bestimmte Orte aufsucht, die als Feenorte oder Brücken in die Anderswelt bekannt sind (u.a. auch Seen, Lichtungen, Bäche…).

Neben dieses Ausführungen findet sich auch ein kleiner theoretischer Abschnitt zum Thema „Grundlagen der Meditation„. Ganz besonders wird hier auf das Loslassen wert gelegt, für uns westliche Menschen, denen es kaum gelingt den Alltagtrott auszublenden, ein wichtiger Aspekt und wohl das größte Hindernis. Denn wann setzen wir uns schon einmal ruhig hin und tun gar nichts (inzwischen, nach fast 10 Jahren Meditationspraxis, gelingt mir das fast schon problemlos)? Sehr schön finde ich die kleine Übung am Ende des Abschnitts, die in den ersten Minuten der Meditation helfen soll, den Alltag rauszuwerfen.

Wie bereits im ersten Mond widmen sich Gabriel und Anderson auch in diesem Mond wieder einer bestimmten Pflanze: dem Weißdorn. Schon immer wurde ihm eine enge Verbindung mit dem Feenreich nachgesagt, und er fungiert als Tor zur Anderswelt. Er verjagt übelwollende Einflüsse und wird zur Heilung und Stärkung des Herzens verwendet. Im Altertum diente er zur Abwehr böser Zauber und leitet Heilung und Regeneration ein (und eignet sich fantastisch zur Verwendung als Zauberstab). Nebenbei steht der Weißdorn zur Seite bei Problemen mit den Energiehaushalt, chronischer (Frühjahrs-)Müdigkeit, Konzentrationschwäche, Lustlosigkeit und ähnlichem. Probleme, mit denen jeder mehr oder weniger zu kämpfen hat – alle Jahre wieder. ^^

Auch Praktisches ist wieder enthalten. Die Atemübung „Feueratem“ dient dazu, sich mit den ursprünglichen Vitalkräften der Natur zu verbinden und diese in den Energiezentren um den Nabel herum zu sammeln. Die Meditation „Die Urkraft annehmen“ versetzt uns Frauen in die Position des jungen Gottes, bringt uns dazu mit unserem männlichen Seelenanteil zu arbeiten und versetzt uns in die Position zu zeugen. Zuletzt folgt eine Visualisation zum Thema „Der junge Hirsch„, mit der ich persönlich einige wunderbare Erfahrungen gemacht habe, hat es mich doch dem Aspekt des Grünen Mannes sehr nahe gebracht und ungeahnte Kräfte und Energien in mir erweckt. Es lohnt sich, die Visualisation auf eine Kasette zu sprechen und abzuspielen, um sich darauf einzustimmen.

Beltane, das Fest dieses Mondes, ein Sommerfest, das die Lebenskraft versinnbildlicht und an dem wir das Leben selbst feiern, ist ebenfalls Thema. Richtig feiern werde ich dieses Jahr nicht können, da ich an diesem Wochenende mit meinem 1. Reiki-Grad beschäftigt bin, aber ich werde trotzdem in der Stille meines Gästezimmers in mich gehen und dem Zauber der Beltane-Nacht gedenken und noch einmal den Feueratem und die erwähnte Visualisation durchführen.

Ich muss wirklich sagen, es war eine gute Entscheidung nochmals mit dem Durcharbeiten dieses Buches zu beginnen. Vieles Geschriebene regt doch zum Nachdenken an, und gerade die praktischen Übungen sind wundervoll und eine kleine Bereicherung. Ich denke, einige von ihnen werde ich fest in meine alltägliche spirituelle Arbeit übernehmen.


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Magickal Graphics

[Wege zu den alten Göttern] Der erste Mond – Rückblick

Er ist fast vorbei, der erste Mond meiner (wieder aufgenommenen) Arbeit mit dem Buch „Wege zu den alten Göttern“ von Vicky Gabriel und William Anderson.

Begonnen hatte ich mit dem ersten Abschnitt des Buches am Tag nach dem Neumond Anfang März. Nun nähert sich bereits wieder eine frische Neumond-Nacht. Zeit, Revue passieren zu lassen.

Nachdem ich nochmals die Übungen der Vorbereitungswoche durchgeführt habe (die Innere Bestandsaufnahme sowie die Bauchatmung und Erdung), began ich damit, das entsprechende Kapitel unter dem Titel „Neubeginn“ durchzuarbeiten.

Thema war ganz klar das Neue, das der Frühling mit sich bringt. Es ist die Zeit des Säens, des Beginnens. So hinterfragt die Autorin die Motivation des Lesers, mit diesem Buch zu arbeiten, stellt Gründe dar, die nicht an oberster Stelle stehen sollten, wenn man im naturspirituellen Bereich agieren möchte (Macht über andere haben, weil Naturreligion so romantisch klingt usw.)

Weiterhin wird ein bisschen Theorie im Rahmen von Atem- und Körperarbeit geboten, dazu je eine praktische Übung aus den Bereichen Atemübung, Meditation und Visualisation. Zusätzlich wird der Aspekt der jungfräulichen Göttin beleuchtet. Auch wird Einblick in die Bedeutung der Erle geboten, was mich ganz besonders fasziniert hat. Ich habe fest vor mir demnächst eine Erle zu suchen, um mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Nebenbei ist Ostara, bzw. die Frühjahrstagundnachtgleiche eines der Hauptthemen, ist es doch das Fest, das diesen Mond dominiert.

Ich für meinen Teil habe Ostara zum passenden Termin gefeiert, allerdings ohne das Färben von Eiern. Das hole ich zum traditionellen christlichen Osterfest nach, um kleine Nester für die Kinder in meinem Familienkreis zu gestalten. Und ich freue mich wie ein kleines Kind auf das Eier-Färben. ^^

Da jetzt der Boden nicht mehr allzu sehr gefroren ist, werde ich mich ans Pflanzen und Säen machen, vielleicht keinen kleinen Samen an einen bestimmten Ort pflanzen, der meine Arbeit im Sinne der „Wege zu den alten Göttern“ symbolisiert – die Reife, die während eines Jahres stattfindet, sowohl meine als auch die des kleinen Keims.

Auch war es schön mal wieder im Rahmen der Visualisierung zu arbeiten, so habe ich zum Beispiel das schöpferische Feuer des Frühlings vor meinem inneren Auge gesehen.

Ich bin freudig gespannt zu sehen, was der nächste Mond so mit sich bringt, der unter dem Titel „Herr der wilden Tiere“ steht.


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